Bericht Seminar Weimar


Richter ohne Robe – oder sind wir jetzt Halbjuristen?

Das war die große Frage im Seminar vom 16. bis 17. September 2011 in Weimar, welches in Kooperation mit der Konrad-Adenauer-Stiftung (KAS) durchgeführt wurde. Natürlich nicht! Auch diese Veranstaltung war wieder ein voller Erfolg, was die hohe Teilnehmerzahl von 40 Personen ja schon allein belegen kann. Durch das Seminar wurden wir auf charmante Weise von Frau Maja Eib (KAS) und Herrn Andreas Höhne (VERM) geführt. Nicht zu vergessen ist natürlich auch Frau Höhne, die ganz genau wusste welche Unterschrift noch fehlt, oder welches Informationsblatt für uns noch wichtig ist mitzugeben. Nach der offiziellen Begrüßung durch die Landesbeauftragte Thüringen der KAS, Frau Eib, und einem sehr informativen Grußwort des Oberbürgermeisters Weimar Herrn Stefan Wolf stiegen wir in das interessante Programm des Freitags ein.

So reichte unserem ersten Referenten Herrn Hasso Lieber, Vorsitzender DVS und Justizstaatssekretär a. D. die vorgesehene Zeit des Freitagabend für das überaus interessante Thema „Rechte und Pflichten der Schöffinnen und Schöffen“ leider nicht aus. Das lag aber nicht an dem Thema selbst, sondern die hohen Diskussionsrunden zeigte wieder einmal wie brisant dieses Thema doch ist und wie unterschiedlich Gerichte seine Zusammenarbeit mit den Schöffen sehen. Im Anschluss trafen sich dann noch einige Teilnehmer zum gemeinsamen Abendessen erst weit nach 21:00 Uhr. Hier auch ein kleines Lob an das "park inn" Hotel in Weimar, welches ein hervorragendes Hotel und Tagungsstätte ist.

Den Samstag eröffnete der Landtagsabgeordnete und Minister a. D., Dr. Klaus Zeh. In seinem Grußwort unterstrich er die Wichtigkeit des Ehrenamtes. Denn auch ein Jurist wird im Laufe seines Berufslebens Betriebsblind und man ist froh durch Schöffen und ehrenamtliche Richter mit Menschenkenntnis, Lebens- und Berufserfahrung unterstützt zu werden. Was für die Zeit ab 2013 natürlich immer weniger werden könnte, da das BAG ja "dankender Weise" nur noch die Anerkennung der Kernarbeitszeit bei Tarifbeschäftigten zulässt. Durch die Anhäufung von so viel Minusstunden wird sich auch keiner mehr freiwillig aus dem öffentlichen Dienst zum Schöffenamt melden - denn das ist schon eine Benachteiligung der Angestellten ob wohl das Gesetz das aus meiner Sicht ganz anders lautet.

Aber schnell weiter zum nächsten Thema mit Herrn Höhne, der uns VERM – als Verband der ehrenamtlichen Richterinnen und Richter in Gesellschaft mit seinen Aufgaben und Zielen vorstellte. Nach einer ausgesprochenen leckeren Kaffeepause, ging es weiter zum nächsten Thema durch den Referenten Lars Eggert, Fachbereichsleiter Leistungen und Recht, der Unfallkasse Thüringen. Man erfuhr auch hier vieles Neues und rückblickend sollte man sich genau überlegen welche Wege man zukünftig zurücklegt, wenn man unfallversichert bleiben will. Die letzte Referentin war Frau Prof. Dr. Heike Ludwig von der FH Jena und Vorsitzende des DVJJ Thüringen mit einem überaus interessanten Thema: „Täter-Opfer-Ausgleich in Verfahren nach JGG“. Sie veranschaulichte uns in gezielten Bespielen die Rechtsfolgen im Jugendstrafrecht. Mit einer regen Abschlussdiskussion und die Verabschiedung der Teilnehmer beendeten wir den Samstag mit einem kleinen Stehimbiss.

Ein herzliches Dankeschön an die Veranstalter und allen Beteiligten zu dem gelungenem Seminar in Weimar. Ich als „Nichtmitglied“ freute mich sehr in den Genuss dieser Veranstaltung zu kommen und werde darüber nachdenken die VERM durch meine Mitgliedschaft zu verstärken.

Birgit Tscherner aus Erfurt
 



v.l.n.r.: Hasso Lieber, Vorsitzender DVS, Stefan Wolf, OB Weimar,
Maja Eib, Landesbeauftragte KAS, Andreas Höhne, Vorsitzender VERM
 


Referent: Hasso Lieber bei seinen Ausführungen
 


Teilnehmer beim Seminar in Weimar
 


v.l.n.r.: Dr. Klaus Zeh, Landtagsabgeordneter und Minister a.D. Maja Eib,
Lars Eggert, Unfallkasse Thüringen, Andreas Höhne
 


Herr Eggert und Frau Prof. Dr. Heike Ludwig bei Ihren Ausführungen